Der erste eigene Pullover

Ich bin wirklich eine Strickschnecke. Ehe ich ein größeres Kleidungsstück beende, kann es Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern. Aber das macht nichts, schließlich ist stricken und häkeln ein Hobby und kein Wettrennen 😉

Umso stolzer bin ich auf meinen ersten gestrickten Pullover.

gestrickter Pullover

Ich wollte beim ersten Pullover nichts ausgefallenes, sondern wollte zuerst einmal das Prinzip verstehen. Ich hatte mich daher für eine einfache Anleitung aus diesem Buch entschieden:

Buch zum Thema Pullover
Buchempfehlung: “Lieblingspullover stricken”

Als Garn habe ich ein Sockengarn genommen, damit ich den Pulli dann auch ohne weiteres in der Maschine waschen kann. Bisher hat das auch wunderbar funktioniert (im Wollwaschgang!).

Während des Strickens sind mir so einige Stellen aufgefallen, über die man sich vor dem Beginn des Projektes Gedanken machen kann, damit man den eigenen Wunsch-Pulli erhält. Denn nichts ist ärgerlicher als wenn er fertig ist und ihn nicht anzieht. Diese Gedanken möchte ich mit euch teilen.

Es lohnt sich auch bei fertigen Anleitungen über die Punkte nachzudenken, denn oft ist eben auch die schöne Anleitung nicht komplett nach dem eigenen Geschmack. Und es ist nie verboten eigene Ideen einzubringen oder abzuändern 😉

1. Vor dem Start

Pullover können von oben oder von unten gestartet werden. Oder von der Seite, aber das habe ich noch nie probiert 😀

Vorteil von oben ist, dass man zwischendurch anprobieren kann, daher hatte ich mich für dieses Modell entschieden.

2. Der Start

Ein Pullover startet in der Regel mit einem Halsbündchen. Das häufigste Bündchen ist wohl das rechts/links Bündchen, was mir aber nicht so wirklich gefällt. Mein aktueller Favorit sind Icords. Sie dauern länger, sehen aber immer gut aus.

Diesen Rand kann man auch nachträglich anstricken. Kerstin zeigt in einem Video, wie das geht: Icord anstricken.

Halsbündchen

3. Die Raglan-Schrägen

Ich habe mich für einen Raglan-Pulli entschieden. Dabei werden am Halsausschnitt in jeder zweiten Runde an 4 Stellen gleichmäßig Zunahmen gestrickt.

Wie diese Zunahmen gestrickt werden entscheidet am Ende darüber, wie die Schrägen aussehen. Da gibt es auch gefühlt 1000 Varianten! Leider sieht man in Anleitungen selten, wie genau die Schräge aussieht. Aber es lohnt sich, verschiedene Varianten auszuprobieren. Unter den Suchwörtern “Raglanschräge Muster” findet ihr bei Pinterest, Youtube oder Google viele Beispiele.

Raglanschräge

4. Der gerade Körper

Nachdem die Ärmel abgetrennt sind, kommt der aus meiner Sicht langweilige Teil 😀 Es wird ab da oftmals gerade nach unten gestrickt. Da ich auch ohne Muster in glatt rechts gestrickt habe, war mir das zu eintönig. Daher habe ich an den Seiten jeweils einen Streifen eingefügt, indem ich in jeder zweiten Runde 4 Maschen links gestrickt habe.

Das ist am Ende nur ein psychologischer Trick, der die Runden nicht so lang erscheinen lässt. Aber es funktioniert 😉

Streifen an Körperseite

5. Farbverteilung

Abwechslung in glatt rechts gestricktes können auch Streifen oder Farbblöcke bringen. Auch wieder ein Trick fürs Gehirn, aber Streifen lassen sich gefühlt schneller stricken!

Empfehlen kann ich euch dazu diese zwei Bücher:

Bücher zum Thema Streifen
Buchempfehlung: “Punkt, Streifen, Zickzack und Co” & “Stripes”

6. Das Bündchen

Beim Abschluss-Bündchen hat man wieder die Qual der Wahl. Auch hier gibt es die verschiedensten Varianten: links/rechts, doppelte (umgeschlagenes) Bündchen, Icord. Auch besondere Muster sehen sehr schön aus.

Ich hatte mich für ein einfaches Bündchen entschieden. Aber schon beim Stricken ist mir aufgefallen, dass es sich immer ungewollt nach oben klappt. Also bin ich auf die Suche gegangen und bei Lanade fündig geworden. Dort gibt es einen Blogbeitrag zum “Anti-Klapp-Bündchen“.

Allerdings werde ich das erst beim nächsten Pullover ausprobieren, denn ich hasse auftrennen und habe es auch hier nicht getan 😀

Ich habe einfach gehofft, dass sich das Bündchen nach dem Waschen von alleine legt. Und tatsächlich, nach dem Waschen habe ich es glatt gestrichen und so trocknen lassen. Und seitdem liegt es wie eine 1.

Bündchen
Das Bündchen vor dem Waschen

7. Die Ärmelabschlüsse

Ok, noch einmal gleiches Thema wie am Halsausschnitt und beim Abschluss. Ihr seht also, es lohnt sich darüber nachzudenken!

Sicher gibt es noch mehr Punkte, über die man vor dem Stricken oder Häkeln eines Pullovers nachdenken kann. Schreibt mir gern in die Kommentare, wenn ich etwas vergessen habe.

Viel Spaß bei eurem ersten Pullover!

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