Der digitale Nähtisch – selbstgemacht!

Näht ihr gern nach Schnittmustern aus dem Internet? Dann kennt ihr sicher das Prozedere: Schnittmuster ausdrucken, zusammenkleben, und die richtige Größe ausschneiden. Das ist mit Abstand der nervigste Teil an der ganzen Arbeit! Wie schön wäre es, wenn man direkt loslegen könnte?

Es gibt da ja einige Varianten, die unser Nähleben einfacher machen sollen: Mit der App „Pattarina“ kann man die Schnittmuster direkt über das Handy auf den Stoff übertragen. Das klingt anfangs sehr einfach, aber gleichzeitig das Handy halten und das Schnittmuster übertragen ist sicher eine Herausforderung. Und als großen Nachteil sehe ich, dass man nicht jedes beliebige Schnittmuster nehmen kann. Es muss schon pattarina-kompatibel sein.

Eine andere Variante ist, sich die Schnittmuster als A0 zusenden zu lassen. Aber auch hier muss man schneiden und verbraucht Papier, und zusätzlich zum Schnittmuster hat man die Kosten des Dienstleisters. Und natürlich muss man auch erst auf den Versand warten, gleich loslegen fällt also aus.

Ich benutze daher meist die erste Variante mit drucken, kleben und schneiden. Das hat mein Freund jetzt eine Weile beobachtet, bis er heute meinte „das muss doch besser gehen“. Nunja, gesagt und ausprobiert 😀

Das hier ist das Ergebnis:

Digitaler Nähtisch
Projektorbild auf dem Tisch

Was ihr dafür benötigt:

  • Projektor
  • Eine Halterung, um den Projektor über dem Tisch anzubringen
  • Ein langes Kabel vom Projektor zum Laptop

An Technik mangelt es in unserem Haushalt nicht, daher hatten wir auch schon einen Projektor griffbereit. Falls ihr nach einem guten und günstigen sucht, schaut euch den mal an: Mini Beamer Elephas (*Amazon Affiliate Link). Günstig und für unsere Absichten mehr als ausreichend.

Wir haben den Projektor direkt über dem Esstisch angebracht, damit ich daran bequem arbeiten kann. Man kann natürlich auch auf dem Boden oder woanders zuschneiden.

Digitaler Nähtisch
Projektor hängt direkt über dem Esstisch

Nach der Befestigung müsst ihr den Projektor so einrichten, dass er ein gerades, nicht verzerrtes Bild wiedergibt. Das testet ihr am besten mit einem rechten Winkel in den Ecken.

Euer Schnittmuster lasst ihr dann auf eurem Tisch anzeigen. Mit Hilfe der vorhandenen Testquadrate könnt ihr prüfen, welche Vergrößerung ihr einstellen müsst, um eine reale Abbildung zu erhalten. Bei meinen PDF waren das 35%, das kann aber von Programm zu Programm unterschiedlich sein. Dann legt ihr euch einfach den Stoff darunter und zeichnet los!

Digitaler Nähtisch
Projektorbild auf Stoff

Fortgeschrittene NäherInnen können das Zeichnen eventuell auch weglassen und sofort mit dem Rollschneider loslegen. Dann aber die Schneidematte nicht vergessen!

Apropos Schneidematte: Ich wollte mir ursprünglich eine A0 Matte bestellen, aber die sind sündhaft teuer. Eine günstige Alternativ sind zwei A1 Matten, die ihr einfach am Boden zusammenkleben könnt 😉 Ich bin mit meinen zwei Matten von OfficeTree (*Amazon Affiliate Link) sehr zufrieden.

Was sagt ihr als NäherIn zu unserer Idee?

7 thoughts on “Der digitale Nähtisch – selbstgemacht!

  1. Hi, ich lese das in amerikanischen Gruppen ständig, dass sie diese Projektoren benutzen, mir ist das bislang noch zu umständlich und zu sehr „Technik-Overkill“, zumal ich an vielen unterschiedlichen Orten in der Wohnung zuschneide, bzw. bei schönem Wetter am liebsten auf dem Balkon.
    Übrigens lasse ich mir die A0-Plots immer im Copyshop um die Ecke drucken. Wäre nie auf die Idee gekommen, mir die schicken zu lassen. Da ich dort Stammkundin bin, bekomme ich sie zu einem inoffiziell günstigen Preis 😀 Es lohnt sich herumzufragen, in einem anderen Copyshop wollten sie ungelogen über 15 € pro Plot haben, die habe ich ausgelacht und bin gegangen. In „meinem“ Copyshop bezahle ich 2-3 €, je nach Länge der Papierbahn. Klar wird es bei manchen von diesen Versandservices noch billiger, wenn man gleich 10 auf einmal drucken lässt, aber dafür muss dann auch wieder ein DHL-Wagen durch die Gegend fahren, und ich bin eher so, dass ich morgens ein Schnittmuster sehe, es mittags eben ausdrucken lasse und abends loslege.

    • Die Erfahrung mit den Druck-Shops habe ich auch bisher gemacht – viel zu teuer. Da hast du Glück, dass du so einen tollen gefunden hast 😉

  2. Das ist ein super Idee und du hast das sehr gut beschrieben! Danke!
    Mich würde noch interessieren, wie kompliziert es ist, zu schneiden. Du musst dann ja teilweise zwischen den Lichtstrahl und den Stoff und an dieser Stelle ist die Projektion auf dem Stoff nicht mehr sichtbar. Geht das gut? Muss man sich da viel verrenkenen, um die Projektion nicht zu stören? Ich stell mir das kompliziert vor, aber vielleicht ist es das ja gar nicht.
    Viele Grüsse! Liah

    • Hallo Liah!
      Ich zeichne immer zuerst die Umrisse mit einem Trickmarker oder Kreide auf den Stoff und schneide dann. Das klappt sehr gut 😉
      LG, Jana

  3. Die geilste Idee! Wirklich super gut gelöst und man muss sich keine Gedanken mehr um die Aufbewahrung oder sonst was machen. Danke dafür 😍

    • Ja! Das beste ist wirklich, dass die ganze Suche nach einem bestimmten Muster wegfällt 😀

  4. Das ist mit Abstand einer der coolsten und zugleich umweltfreundlichsten lifehacks, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Danke!

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