Warum ihr eure Anleitungen unbedingt testen lassen solltet!

Wer selbst schon eine Weile strickt oder häkelt kommt vielleicht irgendwann auch an den Punkt, eigene Anleitungen zu schreiben. So wie ich gerade (wer mal schauen möchte, ich veröffentliche meine Anleitungen bei Crazypatterns).

Das ist auf den ersten Blick auch gar nicht schwer. Ganz im Gegenteil. Eigentlich braucht man „nur“ von Anfang an aufschreiben, was man wie der Reihe nach tut. Hat man alles dokumentiert und noch ein paar Fotos hinzugefügt, kann die Anleitung im Prinzip schon veröffentlicht werden – WIRKLICH?

Von mir kommt hier ein klares Nein! Warum erkläre ich in diesem Artikel …

Es gibt viele kostenlose Anleitungen im Internet, aber auch Portale wie Ravelry und Crazypatterns, wo man Anleitungen kaufen kann. Und besonders bei Kaufanleitungen habe ich eine gewisse Erwartung. Z.B. sollte die Beschreibung auch für Anfänger nachvollziehbar sein, es sollten einige Bilder enthalten sein und ich erwarte auch, dass möglichst keine oder nur wenige Fehler enthalten sind. Kurz, ich erwarte eine gewisse Qualität der Anleitung im Gegensatz zu kostenlosen Beschreibungen.

Aber wie findet man die Fehler in der eigenen Anleitung?

Ganz einfach: man lässt sie von Anderen testen. Probelesen und Probestricken oder -häkeln.

Das hat einen einfachen Grund: Hat man den Text selbst geschrieben, fallen Fehler nicht mehr groß auf, weil man selbst ja schon weiß was in dem Text steht. Der eigene Kopf sieht den Text als Gewohnheit an und überfliegt ihn nur noch grob. Für andere Leser ist der Text jedoch neu, deshalb fallen Fehler eher auf. Das Phänomen kennt wohl jeder, der schon einmal eine längere Schul- oder Uni-Arbeit schreiben musste 😉

Daher meine Empfehlung: Die eigenen Texte sollten vor einer Veröffentlichung IMMER Korrektur gelesen werden. Und das nach Rechtschreibung und Inhalt.

Der große Vorteil ist, dass die Tester eure Denkweise und euer Vorgehen nicht kennen. Sie sind unvoreingenommen. Daher merken sie sehr schnell, ob der Aufbau logisch ist, oder ob z.B. Erklärungen oder einzelne Schritte fehlen (die für euch selbstverständlich sind). Beim praktischen Testen fällt auch auf, ob eure Abkürzungen verständlich sind, oder wo etwa Bilder zur Erläuterung eingefügt werden sollten.

Und wie findet man Tester?

Zum Glück gibt es das Internet sag ich da nur 😀

Im Ernst: Tester zu finden ist eine einfache Sache. Habt ihr ein Social Media Profil bei Instagram, Pinterest oder Facebook? Dann zeigt ein Bild mit dem Aufruf zum Testen. Oder ihr fragt ganz klassisch Freunde und Bekannte. Und in der Regel reichen 2-5 Tester aus 😉

So sah mein Aufruf vor ein paar Wochen aus:

teststricken

Neben den hilfreichen Korrekturen bekommt ihr damit auch Aufmerksamkeit. Und am Ende entstehen Varianten eurer Anleitung, die ihr meist als Beispiel-Foto mit einfügen könnt (dafür die Tester aber vorher fragen!).

Das Einsetzen von Testern hat noch ein paar weitere, nicht so offensichtliche Vorteile. Ihr knüpft Kontakt zu anderen StrickerInnen/HäklerInnen. Dadurch entstehen nicht selten Freundschaften! Und wenn ihr Anleitungen zum Testen zur Verfügung stellt, bekommt ihr bestimmt auch einmal die Gelegenheit, Tester zu werden 😉

Natürlich gibt es bei den ganzen Vorteilen auch einen entscheidenden Nachteil: Lasst ihr eure Anleitung zuerst testen, vergeht bis zur Veröffentlichung einige Zeit. Wenn ihr einen konkreten Termin habt den ihr einhalten müsst, schreibt am besten schon in den Test-Aufruf das Enddatum hinein. Dann wissen die Tester, ob sie es schaffen oder nicht. Es wird auch immer wieder vorkommen, dass manche Tester keine Rückmeldung geben. Damit solltet ihr von Beginn an rechnen. Daher vergebe ich meine Anleitungen immer an ein/zwei Leute mehr, um auf der sicheren Seite zu sein.

Fazit: Ja, die eigene Anleitung testen zu lassen ist Mehrarbeit und dauert Zeit. Aber aus meiner Sicht ist es das absolut wert! Es gibt aus meinen Augen nichts Frustrierenderes, als eine unfertige oder schlechte Anleitung!

Und hier noch einmal der Überblick, auf welche Punkte Tester achten sollten. Diese Liste könnt ihr gleich zusammen mit eurer Anleitung per Mail verschicken:

  • Ist der Aufbau logisch?
  • Sind die Abkürzungen verständlich?
  • Fehlen Erklärungen?
  • Fehlen erkärende Bilder?
  • Rechtschreibfehler
Zum Schluss noch ein kleiner Aufruf

Möchtet ihr auch Tester werden? Ich habe eine Anleitung fertig, die noch ProbehäklerInnen sucht:

testhäkeln

Das ist der Troll Erik, der letztes Jahr als Weihnachtsgeschenk sehr gut angekommen ist! Nur die Anleitung ist etwas spät fertig geworden … Aber eigentlich kann man ihn auch das ganze Jahr über stehen lassen 😉

Schreibt mir einfach in die Kommentare, wenn ihr mitmachen möchtet!

3 thoughts on “Warum ihr eure Anleitungen unbedingt testen lassen solltet!

  1. Liebe Jana,

    bin grade eben auf Deinen Blog gestoßen, weil ich einen Seelenwärmer häkeln möchte und die Tipps sind richtig gut.
    Dabei bin ich auf den Beitrag für die Testhäkler für den absolut goldigen Troll gestoßen. Ich würde ihn sehr sehr gerne testhäkeln, muss der Seelenwärme halt noch etwas warten. Oder er läuft parallel;-)
    Über eine kurze Rückäußerung würde ich mich sehr freuen.

    Ganz liebe Grüße und weiter so

    Ute

    • Hallo Ute,
      schön dass dir die Tipps weiterhelfen 🙂
      Ja du kannst gerne noch testhäkeln, da freue ich mich! Ich schicke die Anleitung an die Adresse, die du hier angegeben hast?

      Liebe Grüße,
      Jana

      • Hallo Jana,

        ja sehr gerne, ich freue mich schon. Demnächst steht der Urlaub an, dann steht dem Testhäkeln nichts im Weg!

        Liebe Grüße

        Ute

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