Stirnbänder sind oldschool? Auf keinen Fall!

Als dieses Jahr der Hype um Stirnbänder los ging dachte ich noch „das gab es doch schon einmal vor 20 Jahren, das ist doch nichts neues“ – ihr vielleicht auch? 😀

Doch die Stirnbänder von heute haben natürlich ganz andere Designs als vor 20 Jahren. Und da sie im Prinzip recht schnell gestrickt oder gehäkelt sind, sind sie auch für Anfänger sehr gut geeignet. In diesem Artikel möchte ich euch eine einfache Anleitung geben, wir ihr im Handumdrehen ein Stirnband fertigstellt.

1. Schritt: Kopf ausmessen

Nehmt ein Maßband und legt es dort um den Kopf, wo das Stirnband später sitzen soll. Durchschnittliche Kopfgrößen findet ihr in diesem Artikel. Mein Stirnband wird 56 cm lang und ca. 10 cm breit werden.

2.Schritt: Garn aussuchen

Im Prinzip könnt ihr jedes Garn für ein Stirnband nutzen. Garne mit höherem Wollanteil halten in der Regel besser warm als z.B. Baumwolle.

3. Schritt: Maschenprobe anfertigen

Macht nicht Jedem Spaß (mir zugegebenermaßen nicht), aber das Stirnband sollte natürlich auch nicht rutschen oder zu eng sitzen. Also los …

Und wenn ihr nicht wisst, was ihr mit den vielen Maschenproben anfangen sollt: Schaut mal bei dem Hilfsprojekt „Knit a square“ vorbei 😉

4. Muster aussuchen

Je nach eurer Lieblingstechnik sucht ihr euch ein Muster aus. Sowohl einfacher Rechts-Links-Muster als auch aufwändigere Zöpfe sehen toll aus. Ich habe mich für das tunesische Häkeln im Grundmuster entschieden. Die tunesische Technik bringt ein relativ dichtes Endergebnis hervor, was für Stirnbänder besonders gut ist, um die Wärme zu halten. Alternativ könnt ihr natürlich auch doppelt stricken oder häkeln.

5. Loslegen

Zum Häkeln nutze ich eine tunesische Häkelnadel der Firma Prym. Diese haben den Vorteil, dass man flexible Seile anschrauben kann. Die Seile gibt es in unterschiedlichen Längen (40 cm bis 150 cm) und können für Strick- und auch die tunesischen Häkelnadeln verwendet werden. Mit einem Stopper am Ende des Seils können die Maschen nicht herunter rutschen, perfekt für das tunesische Häkeln. Durch diese Seile wird die Arbeit auch sehr viel leichter im Gegensatz zu starren langen Nadeln. Denn das Gestrick auf dem Seil kann bequem auf den Beinen liegen.

Angeschlagen habe ich 15 Maschen im tunesischen Grundstich:

Stirnband häkeln

Dieses Grundmuster habe ich 18 cm gehäkelt:

Stirnband häkeln

Nach den 18 cm teile ich die Maschen durch 5 und häkel nur einen Strang weiter:

Stirnband häkeln

Dieser Strang wird wieder 18 cm gehäkelt. Am Ende hängt ihr einen Maschenmarkierer zur Sicherung der Masche ein:

Stirnband häkeln

Die restlichen 4 Stränge werden identisch gehäkelt und jeweils mit einem Maschenmarkierer am Ende gesichert:

Stirnband häkeln

Dann habe ich die Stränge geflochten (wie man auch einen Zopf flechten würde). Am Ende habe ich eine Hilfsnadel genommen, um die Maschen in der richtigen Reihenfolge wieder aufzunehmen:

Stirnband häkeln

Dann kann einfach weiter gehäkelt werden:

Stirnband häkeln

Im Grundmuster werden noch einmal 18 cm gehäkelt. Dann werden beide Enden mit einem einfachen Stich (Matrazenstich oder Überwendlingsstich) verbunden:

Stirnband häkeln

Und voila, hier ist das fertige Stirnband:

Stirnband häkeln

Insgesamt benötigte ich ca. 2 Stunden und etwa 60g Wolle.

Zum Schluss: Ein Geheimtipp 😉

Und hier noch ein Trick für länger getragene Stirnbänder (oder Mützen, Handschuhe usw.). Nach einiger Zeit entstehen meist unschöne Fusseln auf der Oberfläche, wie ihr im folgenden Bild sehen könnt. Auch durch häufiges Waschen können sie entstehen. Um die Fusseln zu entfernen ohne Beschädigung des Gestrickes, gibt es diverse Fusselrasierer (ebenfalls bei Prym erhältlich). Bisher hatte ich mich noch nicht herangetraut, nun aber einen ausprobiert.

Links ist vor der Rasur, rechts nach der Bearbeitung mit dem Rasierer:

Stulpen

Die linke Stulpe ist sehr viel „verwaschener“ und erscheint fast unscharf auf dem Bild. Die rechte Stulpe hingegen sieht wieder wie neu aus! Ich bin begeistert von dem kleinen Teil!

Und hier sieht man, was ich alles abrasiert habe 😀

Stulpen

 

Mit diesem Beitrag nehme ich an dem Gewinnspiel von Prym teil.

4 thoughts on “Stirnbänder sind oldschool? Auf keinen Fall!

  1. Ich finde auch, dass Stirnbänder zeitlos sind, verkauft werden sie ja jeden Winter 🙂 Habe selbst das ein oder andere Band, allerdings musste ich ebenfalls feststellen, dass die gekauften nicht so gut warm halten wie selbst gestrickte, beispielsweise aus Merinowolle oder ähnlichem. Stulpen hat meine Oma immer für uns gestrickt, da kommen Erinnerungen hoch 🙂 Liebe Grüße und eine guten Rutsch 🙂

  2. Hallo Jana,

    haha, das ist der Handschuh für Daumenlose…. Da wäre ich jetzt gar nie nicht drauf gekommen. Außerdem ist mir ein Rätsel, wie Du mit fünf Strängen geflochten hast, ich kann das bloß mit drei. Aber das wird wohl so ähnlich gehen, wie beim französischen Zopf. Das Ergebnis überzeugt auf alle Fälle, das Stirnband sieht sehr gut aus. Wenn ich dann mal meine ersten Schritte im Tunesisch häkeln gemacht habe – ich werde mich an dem Tischset aus Deinem Buch versuchen – gibt’s vielleicht noch ein Stirnband. Bisher besitze ich allerdings bloß eine 4er Nadel, die als Gimmick bei „Simply Häkeln“ dabei war. Gegebenenfalls muss ich also noch aufrüsten;-).
    Ich wünsche Dir viel Glück bei dem Gewinnspiel!!

    LG Ute

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.