Stricken mit Sarah – Stricken mit Herz

Stricken verbindet – das habe ich in den letzten Jahren gelernt. Es ist meist nicht nur das gemeinsame Hobby, meist verbergen sich hinter den StrickerInnen auch ähnliche Gemüter. Das merkt man vor allem, wenn man bei Instagram & Co miteinander ins Gespräch kommt. Oder sich so ganz „in Echt“ trifft. So habe ich in meinen jetzt etwa 5 aktiven Strickjahren sehr viele nette Menschen kennengelernt 🙂

Eine (noch) virtuelle Bekanntschaft ist Sarah. Sie lebt in Berlin und strickt zu 98% nicht für sich selbst, sondern für obdachlose Menschen in Berlin und Umgebung.

Sarah ist mir durch ihre besonderen Beiträge bei Instagram aufgefallen. Sie schreibt nicht nur über ihre gestrickten Sachen, sondern auch über Nachhaltigkeit, Inklusion, Minimalismus oder auch einfach über ihre Gedanken. Das fande ich schon immer sehr sympathisch und lese ihre Beiträge regelmäßig.

Nun hat sie im September eine Idee ins Leben gerufen. Jedes Jahr ab 1. November startet die Kältehilfe in Berlin. Dann werden immer besonders viele warme Sachen für Obdachlose gesucht. Das heißt jetzt ist die richtige Zeit, warme Sachen für die kalten Tage vorzubereiten. Und Sarah ruft zum Mitmachen auf.

Aktion WolligWarmeHerzenMAL

Die Aktion ist unter dem Hashtag #WolligWarmeHerzenMAL bei Instagram zu finden. MAL steht dabei für „Make Along“ und schließt sowohl das Stricken als auch das Häkeln und Nähen ein. Was euch am liebsten ist.

Hier sind die Eckpunkte zur Aktion:

  • Wir stricken und häkeln gemeinsam vom 1. bis 31. Oktober, aber zeitlich ist jeder frei – wann ihr einsteigt, mit was ihr einsteigt, wie viel ihr werkelt, das ist ganz euch überlassen.
  • Ihr braucht keine besondere Wolle oder extra Garn kaufen. Sarah wird Tipps geben, welches Garn sich gut eignet und welches eher nicht.
  • Sarah zeigt uns einfache, super schlichte, aber schnell zu strickende Standardanleitungen. Und sie gibt Tipps, auf was man achten sollte, wenn man für obdachlose Jugendliche und Erwachsene strickt/häkelt.
  • Es gibt nichts zu gewinnen. Obwohl, das stimmt nicht ganz: Jeder gewinnt das bereichernde Gefühl, einem anderen Menschen geholfen zu haben.
  • Sarah gibt auch Tipps, wie jeder eine Einrichtung oder Initiative in der Nähe findet, an die sie ihre Spenden mit gutem Gewissen geben kann. Wer möchte, kann die Spenden aber auch direkt an Sarah schicken (sie gibt sie an HelfenWOLLEn weiter).
  • Die Aktion endet mit einem Treffen am 3. November in Berlin – dafür gibt es aber noch genauere Informationen. Alle Berliner können also dort gleich fertige Sachen abgeben und gerne Fragen stellen.

Was brauchen obdachlose Menschen am meisten?

Hier die Tipps von Sarah:

Wenn du schon weißt, wohin du Sachen spenden willst, schau auf der Internetseite der Organisation auf der Bedarfsliste nach oder frag an, was im Winter am dringendsten gebraucht wird.

  • Mützen sind beispielsweise bei HelfenWOLLEn meist im Überfluss vorhanden. Daher stricke ich die nur noch selten.
  • Socken sind IMMER Mangelware. Wer also Socken stricken kann, der sollte das tun! Am besten in den Größen 42-46 (für Männer) und vor allem ungetragen und sauber! Bitte schickt nicht alte, verfilzte Sachen, nach dem Motto, für Obdachlose noch gerade gut genug… Bitte bindet die Socken zusammen (mit Faden, bitte KEINE Nadeln!) und bringt einen Zettel mit Größenangabe an.
  • Schals und Handstulpen sind auch öfter mal Mangelware. Auch bei Handstulpen gilt – bitte zusammenbinden, damit keiner verloren geht.
  • Achte auf Farben und Material. Schon mal einen Obdachlosen mit einer rosa Lochmuster-Mütze aus Mohair gesehen? Ich auch nicht.
  • Material: Schurwolle oder Polyacryl – also das, was wärmt und die Waschmaschine übersteht. Effektgarn, Baumwollgarn oder Garn, das Handwäsche erfordert, taugen weniger gut.
  • Farben: Gedeckte Farben werden bevorzugt. Blau, Schwarz, Braun, Grau, Grün oder auch Rot. Bei Handstulpen stricke ich das Bündchen, das unter der Jacke verschwindet, oft in der helleren Farbe, die Handfläche dann in einer dunklen Farbe.
  • Muster: Möglichst winddicht. Die Sachen sollen vor allem warm sein.
  • Was würde dein Mann/Freund/Bruder/Schwager tragen und was eher nicht? Natürlich gibt es auch obdach- oder wohnungslose Frauen, aber es sind deutlich weniger als Männer.
  • Hast du viel „bunte“ Wolle? Dann fertige doch Sachen für Kinder und Frauen an und schenk sie an ein Sozialkaufhaus in deiner Nähe oder ein SOS-Kinderdorf.

Wie findet man eine geeignete Stelle zum Abgeben?

Wenn du helfen willst, unterstütze wenn möglich Organisationen, die eh schon in der Obdachlosenhilfe aktiv sind.  Sie haben bereits Strukturen geschaffen, Kontakte geknüpft und wissen, wie/womit man am besten hilft. Vor allem in Großstädten findest du sicher etwas.

Hier sind einige Initiativen und Vereine, die explizit Stricksachen sammeln und verteilen:

Schau auf deren Internetseiten nach, was gebraucht wird und wohin du es bringen/schicken kannst. Viele dieser Initiativen haben auch monatliche Treffen, zu denen du gehen kannst.

Andere Einrichtungen, die Sachspenden annehmen:

Im Zweifelsfall google einfach „Stricken für Obdachlose in (Name deiner Stadt)“ oder „Obdachlosenhilfe in (Name deiner Stadt)“ und du findest hoffentlich etwas.

Ich finde es sinnvoll, sich zu überlegen, wohin man spenden will, bevor man anfängt, denn der Bedarf ist verschieden. Eine Männer-Notübernachtung wird mit rosafarbenen Schals wenig anfangen können – eine Hilfsstelle für Frauen oder Jugendliche sieht das aber vielleicht anders.

Wer bis Ende Oktober keine Abgabestelle in seiner Nähe gefunden hat, kann seine Sachen auch einfach an eine der oben gelisteten Organisationen schicken oder schreibt Sarah an!

Wie geht es weiter?

In den nächsten Tagen zeigt uns Sarah ihre Grundanleitungen, die auch für Anfänger geeignet sind. Schaut bei Instagram oder auch hier vorbei, ich verlinke ihre Beiträge.

Zudem werde ich recherchieren, welche Hilfsorganisationen es in Chemnitz und Umgebung gibt und sie auch hier auflisten.

Fragen?

Habt ihr Fragen zum Thema? Ihr könnt Sarah über ihren Instagram Account anschreiben!

Oder ihr schreibt hier in die Kommentare. Dann sammle ich die Fragen und schicke sie ihr.

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