TV-Tipp: Merino-Boom

Der wahre Preis der Kuschel-Wolle

Anfang der Woche habe ich durch Rosygreenwool von einem interessanten Beitrag bei ZDF Zoom erfahren. In der Doku geht es um die Merinoschafe und deren Leben.

Merino-Boom
Zum Video:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-350.html (verfügbar bis 13.02.2020)

Ganz klar, Merinowolle liegt im Trend. Nicht nur bei uns HandarbeiterInnen, sondern auch auf dem Laufsteg ist Merino-Kleidung gerade sehr angesagt. Denn die Wolle hat sehr viele gute Eigenschaften:

  • Sie ist atmungsaktiv, aber dennoch wärmend
  • Sie trocknet schnell
  • Es ist ein nachwachsender Rohstoff

Jedoch kommt aus dem Beitrag heraus, dass die meisten Käufer nicht wissen, woher die Wolle kommt, und auch nicht, wie es den Tieren dabei ergeht. Denn leider ist es (immer noch) so, dass viele Tiere leiden müssen.

Der Großteil (88%) der weltweiten Merinowolle stammt aus Australien. Hier gibt es die sogenannten „Super-Merinoschafe“, die besonders viel Wolle produzieren. Das war nicht immer so, die Tiere wurde dahingehend über sehr viele Jahre gezüchtet. Die Schafe haben besonders viele Hautfalten, wodurch sie auch besonders viel Wolle haben.

Das hat jedoch den Nachteil, dass die Tiere sehr anfällig für Parasiten sind. Um dagegen zu wirken, setzen die meisten Schafzüchter „Mulesing“ ein. Dabei werden den Lämmern Hautstellen am Schwanz entfernt, was ohne Betäubung sehr schmerzhaft für die Tiere ist.

Leider ist das Mulesing aus Tradition in Australien weit verbreitet. Nach Schätzungen werden ca. 90% der Tiere damit „behandelt“. Und die Wolle geht dann in die ganze Welt:

Merino-Boom
Quelle:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-350.html

Die Alternativen sind aufwändig und teuer: Die Züchter können Pestizide einsetzen und die Schafe eng kontrollieren, oder sie betäuben die Schafe vor der Prozedur.

Es werden auch weitere Alternativen an den Universitäten untersucht. Doch die Forscher sind sich relativ sicher: Der beste Weg ist, die Schafe zurück zu züchten, sodass sie weniger oder keine Falten mehr haben. Dieses Ziel kann aber nur über Jahrzehnte erreicht werden.

Aber es gibt auch gute Beispiele. Einige Farmen spezialisieren sich auf die mulesing-freie Haltung. Es lohnt sich auch, denn die Nachfrage danach steigt. Dennoch gibt es noch viel zu wenig Züchter!

Auch bei den Handarbeitsgarnen findet man immer mehr das Label „mulesing-frei“. Natürlich sind die Garne dann etwas teurer, aber sollte uns es das nicht wert sein??

Merino-Boom

Wir Käufer können viel dazu beitragen, dass sich die Händler mit dem Thema auseinander setzen.

Hier einige Tipps, wie auch wir unterstützen können:

  • Fragt nach: Woher kommt die Wolle? Kann es sein, dass ein Pullover nur 5 € kostet?
  • Macht mit: Unterstützt Tierschutz-Organisationen wie z.B. die Stiftung „Vier Pfoten
  • Kauft regionale Produkte: Auch deutsche Schafe geben gute Wolle (z.B. hier: Grosse Wolle)
  • Schaut euch die Gütesiegel genau an! Viele Siegel sagen NICHTS über das Tierwohl aus (Woolmark, blauer Engel, Textiles Vertrauen). Empfehlenswert ist das Siegel GOTS. GOTS-Garne sind nicht sehr häufig zu finden, aber z.B. Rosygreenwool bietet sie an.

Und wer noch mehr Informationen möchte, der kann sich den Beitrag ein ganzes Jahr hier bei ZDF anschauen.

2 thoughts on “TV-Tipp: Merino-Boom

  1. Oh ja, mir hat „Der Sommer der Wildschweine“ von Birgit Vanderbeke die Augen geöffnet. Ich mag mir die Bilder gar nicht ansehen.
    Lieben Gruß
    Ilka

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