1

Day of the Tentacle – do it yourself

Amigurumi gibt es in allen Farben und Formen – auch ich bin mittlerweile ein großer Fan von den gehäkelten Figuren. Vor kurzem bin ich auf einen tollen Blog gestoßen: Nerdigurumi. Emjay’s Blog zeigt viele tolle Anleitungen zu bekannten Videospiel-Charakteren, u.a. Angry Birds, Nintendo-Figuren (Kirby, Legend of Zelda) und Little Big Planet. Auch ich bin mit Videospielen aufgewachsen und durch Bruder und Freund auch dabei geblieben 🙂

Hin und wieder bekomme ich natürlich auch Wünsche von den Beiden – auf der Warteliste stehen z.B. Link und diverse Mario-Figuren. Allesamt nicht gerade die leichtesten Amigurumi, da oft sehr viele Kleinteile zu häkeln sind. Der letzte Wunsch aber war auf den ersten Blick ein einfaches Projekt: das grüne und lila Tentakel aus dem berühmten Point-and-Click-Adventure “Day of the Tentacle”.

Zuerst habe ich versucht, eine Anleitung im Internet zu finden – dieses Mal leider ohne Erfolg. Aber da die Figuren aus recht einfachen symmetrischen Körpern bestehen, habe ich mich zum ersten Mal an einer eigenen Anleitung versucht. Sie ist auch absolut für Einsteiger geeignet!

Diese Techniken braucht ihr:

  • Amigurumi mit einem Fadenring starten
  • In Runden häkeln
  • Feste Maschen häkeln
  • Feste Maschen zunehmen und abnehmen
  • Farbe wechseln

Für zwei Figuren braucht ihr:

  • Garn von der gleichen Stärke (Ich habe das Garn Catania Grande in Nadelstärke 5 verwendet, damit werden die Figuren ca. 20cm hoch und 8 cm breit. Ihr könnt auch andere Größen nehmen.)
    • 50g Gelbes Garn
    • 25g Lila Garn
    • 50g Grünes Garn
    • Reste von schwarzem Garn
  • Füllwatte zum Ausstopfen
  • eine passende Häkelnadel
  • eine stumpfe Sticknadel

Und los geht’s!

Alle Teile werden in Runden gehäkelt. Hilfreich ist es, den Start mit einem Faden oder Maschenmarkierer zu kennzeichnen.

Abkürzungen:

FM – feste Masche
HMG – hinteres Maschenglied
M – Masche
RD – Runde
VMG – vorderes Maschenglied
*…* – Angaben bis Rundenende wiederholen

Körper

Der Körper wird in einem Stück gehäkelt, wobei wir mit dem Boden beginnen.
Welche Farben ihr verwendet, sehr ihr auf den Fotos weiter unten.

Start: 6 FM in einen Fadenring (6 M)
1. RD: 2 FM in jede M (12 M)
2. RD: *1 FM, 2 FM* (18 M)
3. RD: *1 FM, 1 FM, 2 FM* (24 M)
4. RD: *1 FM, 1 FM, 1 FM, 2 FM* (30 M)
5. RD: *1 FM, 1 FM, 1 FM, 1 FM, 2 FM* (36 M)
6. RD: *1 FM, 1 FM, 1 FM, 1 FM, 1 FM, 2 FM* (42 M)
Jetzt ist der Boden fertig.
7. RD: 42 FM in HMG, am Ende der Runde Farbe wechseln

DSC_0366

8. RD: 42 FM
Ab jetzt werden in jeder Runde 2 FM zusammen gehäkelt, damit die Kegelform entstehen kann. Ich habe die Maschen abwechselnd am Anfang und in der Mitte der Runde zusammen gehäkelt, dann bleibt die Figur schön gleichmäßig. Hilfreich ist es, wenn ihr euch die zwei Stellen zu Beginn markiert (hier am Beispiel des Bodens):

DSC_0363-2

9. RD: Am Anfang der Runde 2 M zusammen häkeln (41 M)
10. RD: In der Mitte der Runde 3 M zusammen häkeln (40 M)
Runde 9 und 10 solange wiederholen, bis nur noch 12 M übrig sind (= RD 38).
Den Körper jetzt fest mit Füllwatte ausstopfen.

Tipp: Wer einen festen Stand der Figur haben möchte, kann auch ein paar Steine oder Sand (im Gefrierbeutel) unter der Watte in die Figur stopfen.

39. RD: 12 FM (12 M), abketten und langen Faden lassen
Jetzt noch einmal Watte bis zum oberen Rand füllen, denn als nächstes wird das Loch geschlossen.
Den Faden mit der Sticknadel durch die 12 HMG stechen. Danach den Faden fest zusammenziehen und das Ende vernähen.

Saugnäpfe in 3 Größen

Klein

Start: 6 FM in einen Fadenring (6 M)
1. RD: 2 FM in jede M (12 M)
2. RD: 12 FM in VMG (12 M), abketten und langen Faden lassen.

Mittel

Start: 6 FM in einen Fadenring (6 M)
1. RD: 2 FM in jede M (12 M)
2. RD: *1 FM, 2 FM* (18 M)
3. RD: 18 FM in VMG (18 M), abketten und langen Faden lassen

Groß

Start: 6 FM in einen Fadenring (6 M)
1. RD: 2 FM in jede M (12 M)
2. RD: *1 FM, 2 FM* (18 M)
3. RD: *1 FM, 1 FM, 2 FM* (24 M)
4. RD: 24 FM in VMG (24 M), abketten und langen Faden lassen

Arme (2 * für lila Tentakel)

Start: 5 FM in einen Fadenring (5 M)
1. RD: 5 FM (5 M)
Die erste Runde noch 4 Mal wiederholen, abketten

Diese Einzelteile sind entstanden:

DSC_0373

Jetzt werden alle Teile nur noch zusammen genäht, wie ihr auf dem letzten Bild erkennen könnt. Dem lila Tentakel habe ich außerdem Augenbrauen mit dem schwarzen Garn verpasst, damit er böse aussieht 🙂

Und hier ist das Ergebnis:

DSC_0375

Bei Fragen und Anmerkungen, meldet euch einfach!

Ansonsten viel Spaß beim Nacharbeiten, getreu dem Motto “I feel like I could take on the world!” 😀

0

Ein Baby Mobile nähen

In letzter Zeit sprießen die Kinder in meiner Umgebung geradezu aus dem Boden – im Familien- und Freundeskreis, und auch auf Arbeit haben sich viele kleine neue Erdenbürger angekündigt oder sind schon angekommen. Von wegen Geburtenrückgang! Und was gibt es schöneres, als kleine selbstgemachte Geschenke zur Geburt zu basteln?

Heute soll es ein Baby Mobile werden. Dazu braucht es nicht viel:

  • verschieden farbiger Filzstoff (oder auch andere Stoffreste)
  • eine Stoff- und Papierschere
  • Stecknadeln
  • einfaches Papier oder Pappe für die Schablonen
  • flüssigen Kleber und Moosgummi zum Verzieren
  • ein Mobile-Holzgestell, woran die Figuren befestigt werden
  • Faden zum Befestigen / zum Nähen
  • evtl. Füllwatte zum Ausstopfen der Figuren

DSC_0305

Und los geht’s:

Zuerst werden die Figuren vorgezeichnet. Dafür habe ich mir ein paar Beipiele im Internet angesehen und nachgemalt. Es gibt so viele tolle Ideen! Ich habe mich dann für Tiere entschieden, aber auch ein Sonne-Mond-Sterne Mobile ist sehr niedlich.

Die Umrandungen der Figuren kann man auf einfaches Papier oder Pappe malen und ausschneiden, hier eine kleine Auswahl: Erkennt man die Tiere schon?

DSC_0306

Jetzt werden die Schablonen auf den Filzstoff gelegt, mit einer Stecknadel fixiert und zweimal ausgeschnitten. Das dient dazu, dass wir die Figuren später mit Füllwatte stopfen können, damit sie plastischer wirken.

DSC_0307

Habt ihr zwei Filzteile ausgeschnitten, legt ihr sie übereinander und näht einmal an den Kanten rundherum. Das könnt ihr von Hand oder mit einer Nähmaschine machen.
Beachtet dabei: Wenn ihr die Figuren mit Füllwatte ausstopfen wollt, lasst eine kleine Lücke. Dann stopfen, und danach erst die Naht bis zum Ende der Runde schließen.Ihr könnt die Figuren vor dem Füllen auch wenden, damit man die Naht nicht so sehr sieht. Kleine Fehler werden damit super kaschiert 🙂

DSC_0310

Sind die Figuren zusammen genäht, könnt ihr sie mit Moosgummi oder anderen Bastelutensilien verzieren. Dazu habe ich flüssigen Bastelkleber verwendet. Natürlich könnt ihr die Teile ebenso aus Filz schneiden und aufnähen!

DSC_0304

Zum Schlus wird das Mobile-Gestell zusammengesetzt (die Einzelteile findet ihr als Set im Bastelladen). Dann noch die Figuren mit einem Faden versehen und festknoten.

DSC_0311

FERTIG!

Alternativ kann man die Tierchen natürlich auch stricken oder häkeln, sieht bestimmt auch sehr schön aus!

0

Stricken für den guten Zweck

“Was soll ich bloß mit den vielen Wollresten anstellen? Die sind viel zu schade zum wegwerfen!”

Das geht mir auch immer durch den Kopf, wenn ich mit größeren Projekten fertig bin. Hier ein Tipp: Strickt für einen guten Zweck!

Die Hersteller der Innocent-Smoothies haben sich eine tolle Idee ausgedacht, um älteren Menschen zu helfen. Unter dem Motto Das große Stricken 2014 kann sich Jeder beteiligen.

Und so funktioniert die Aktion:

Jeder der Lust hat kann eine oder viele Mützchen stricken, die dann bis zum 1. Dezember 2014 eingesendet werden. Die Adresse findet Ihr hier. Die Mützen werden auf die Smoothie-Flaschen gesetzt und sind ab Ende Januar in den Geschäften zu finden. Pro verkaufte Flasche erhält das Deutsche Rote Kreuz 20 Cent, die damit älteren Menschen helfen. Der Rekord aus dem Vorjahr ist 244.357 Mützen und soll natürlich gebrochen werden!

Ich finde die Idee super. Wer strickt (oder häkelt) mit? Und ganz nebenbei verschwinden die Wollreste, aber nicht im Müll 🙂

Hier meine erste Variante:

DSC_0261

0

Der Winter naht …

Was machen wir da? Natürlich Wintersachen vorbereiten! Mützen, Schals oder auch Stulpen sind schnell gestrickt oder gehäkelt. Mein Favorit sind gerade Stulpen und Pulswärmer, davon kann man nie genug haben 😀

Das erste Paar ist heute fertig geworden:

DSC_0220

DSC_0223

Die Anleitung habe ich in dem Buch “Häkeln Schritt für Schritt” gefunden. Sie werden im Bogengittermuster gearbeitet, wodurch sie sehr filigran werden. Die Wolle “Rowan” passt sehr gut dazu, so dass das Muster schön zur Geltung kommt.

Das zweite Paar ist schon in Vorbereitung:

DSC_0230

Und hier ein paar fertige Stulpen, die eines meiner ersten Häkelprojekte waren:

DSC_0235

Fazit: Stulpen und Pulswärmer sind absolut für Anfänger geeignet! Sie sind schnell gestrickt oder gehäkelt und es gibt unzählige Varianten! In vielen Büchern und Zeitschriften gibt es gerade jetzt im Herbst schöne Anleitungen. Und wenn man einmal das Prinzip verstanden hat ist es ein leichtes, sie nach eigenen Wünschen anzupassen.

0

Fundgrube Ravelry

“Google is your best friend” höre ich häufig auf Arbeit, wenn Niemand eine Frage beantworten kann.

Für jeden Strick- und Häkelfreund würde ich sagen “Ravelry is your very best friend” 😀

Wie in einem meiner ersten Beiträge schon einmal erwähnt ist Ravelry eine Community, in der jedes Mitglied seine Anleitung veröffentlichen kann.

Gestern war ich auf der Suche nach einem Geschenk für einen Hundefreund. Gefunden habe ich eine süße Anleitung von Sylvia Tran. Sie ist in englisch, aber sehr gut verständlich. Probiert es aus!

Hier die Einzelteile:

IMG_20140925_215133

Und hier das fertige Ergebnis:

DSC_0229

4

Babymütze stricken

Eine Babymütze ist für mich das ideale Geschenk für Kollegen und Freunde, die Nachwuchs erwarten. Sie ist schnell gestrickt oder gehäkelt und gleichzeitig ein nützliches und persönliches Mitbringsel, wenn der erste Besuch ansteht.

Eine sehr schöne Anleitung für Anfänger in drei Teilen von Ana Kraft habe ich bei YouToube gefunden: Babymütze stricken
Hier erklärt Ana Schritt für Schritt, welche Materialien man braucht und wie die Mütze am besten gelingt. Ihre Videos helfen mir immer sehr 🙂

Nach den ersten Versuchen hat man das Prinzip auch recht schnell verstanden und kann selbst experimentieren. Um die ideale Größe für eine Babymütze zu ermitteln nutze ich gerne eine Größentabelle, gefunden auf ribbelmonster.de: Hier findet ihr die Größen für Babys und Kinder sowie Jugendliche und Erwachsene. Geordnet nach Alter kann man Mützenumfang und Mützenhöhe ablesen.

Die Maße steigen je nach Alter relativ gleichmäßig, wie man hier sehen kann:

Kopfumfang-neu

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Und für die Mützenhöhe merke ich mir den einfachen Grundsatz: Die Mützen-Höhe ist der Mützen-Umfang geteilt durch 3.

Schema-2

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Natürlich hat jeder Mensch einen anderen Körperbau. Daher ist der beste Rat: Kopf messen oder danach fragen. Dann wird das Geschenk in jedem Fall passen 🙂

Bei der Wolle für Kindermützen ist es wichtig, dass sie möglichst pfegeleicht und schön weich ist. Empfehlen kann ich hier die “McWool Merino Mix 100” von Lana Grossa.

Hier ein paar Eindrücke von meinen ersten Versuchen:

DSC_0241

DSC_0107 DSC_0121

DSC_0120

0

Wohndekoration mit Textilgarn

Nach den ersten Anfänger-Strickprojekten wie Mützen oder Schals bin ich schnell zum Thema Wohndekoration gekommen. Da gibt es so viele Möglichkeiten!

Beim Stöbern im Wollgeschäft habe ich dann Textilgarn entdeckt. Das ist dickeres Garn, welches unter anderem als Nebenprodukt bei der Textilherstellung anfällt. Das gibt es in allen möglichen Farben und Stärken. Das bekannteste Garn ist vermutlich von Hoooked und ist schon in vielen lokalen Geschäften verfügbar. Beim Bestellen im Internet muss man mit einigen Versandkosten rechnen, da das Garn auch schwerer als normales ist. Beachtet werden sollte auch, dass die Farben sehr stark von der Textilproduktion abhängen. Das heißt es kann passieren, dass die Farbnuancen zwischen Bestellungen abweichen können, daher sollte man immer reichlich bestellen! Alternativ gibt es auch Hersteller, die extra Bändchengarn (z.B. Katia Big Ribbon) herstellen. Großer Vorteil ist, dass die Projekte sehr schnell fertig werden 😉

Für diese Garnart gibt es inzwischen auch eigene Bücher. Hier gefällt mir besonders “Wohnen mit Textilgarn” von Helgrid van Impelen und Verena Woehlk Appel. Im Buch gibt es sehr viele schöne und zum Teil außergewöhnliche Anleitungen wie z.B. ein Lampenschirm, ein Sitz-Pouf, Platzdeckchen oder auch ein “Utensilo” (ein Organizer für die Wand). Die Anleitungen sind nach Häkel- und Strickprojekten und in den Schwierigkeitsgraden von 1 bis 3 unterteilt, sodass auch Anfänger damit arbeiten können.

Hier ein paar Impressionen von den fertigen Stücken, die ich aus dem Buch gefertigt habe:

Nadel-Etui offen

DSC_0087

Nadel-Etui geschlossen

DSC_0097

Bad-Teppich

DSC_0003

Und mein Highlight, heute erst fertig geworden: Deko-Teppich

DSC_0100

Viel Spaß beim Ausprobieren!

DSC_0103